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Agro-Gentechnik entzweit Bauern
Neues Gentechnikgesetz führt zu Streit auf den Dörfern Der am Freitag dem
Bundestag zur Entscheidung vorliegende Entwurf des neuen Gentechnikgesetzes
führt nach Einschätzung von Naturland zu heftigem Unfrieden auf den Dörfern.
Bauern, deren Erzeugnisse bis zum Grenzwert von 0,9 Prozent verunreinigt
sein könnten, werden nicht entschädigt. Unterschiedliche Abstandsregelungen
sowie die Möglichkeit, dass Nachbarn unter sich das Gesetz "aushebeln"
können, führen zur Verunsicherung bei allen Landwirten, die weiter ohne
Agro-Gentechnik ihren Acker bestellen. "Die derzeitige positive
Grundstimmung in der Landwirtschaft wird durch die Verabschiedung des
Gesetzes erschüttert", erklärte Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender von
Naturland, am Donnerstag in Berlin. Die Meldungen für die Genmais-Aussaat
für 2008 führen bereits zu heftigen Protesten.
Zeit bis zur Aussaat nutzen
Die fehlende Klarheit im Gesetz wird auf dem Rücken der Bauern in den
Dörfern ausgetragen. Die Landwirte melden sich bei Naturland und bitten um
Unterstützung, um der weiteren Ausdehnung von Genmais-Feldern entgegen zu
wirken. Bisher sind im offiziellen Standortregister etwa in Bayern 123
Hektar Genmais mit Schwerpunkt in Unterfranken gemeldet. Der breite Protest
von Landwirten und Verbrauchern im letzten Jahr hatte dort den GVO-Anbau
fast unmöglich gemacht. "Auch dieses Jahr werden wir in Kooperation mit
allen Betroffenen für ein Unterfranken ohne Agro-Gentechnik kämpfen - zum
Wohle von Mensch und Natur", kündigt Paul Knoblach, Naturland Bauer und
Landesvorstand Bayern, an.
Die Verunsicherung, dass die eigene Ernte verunreinigt werden könnte, steigt
mit jedem weiteren Hektar Gen-Anbau. Öko-Bauern werden ihre Ware auch unter
dem Grenzwert von 0,9 Prozent nicht mehr als Öko verkaufen können. Nach dem
neuen Gentechnikgesetz bleiben sie dann auf ihren finanziellen Einbußen
sitzen. Dieser durch Nachbarn verursachte Schaden führt zwangsläufig zu
Zwist auf den Dörfern.
Schwerpunkt mit derzeit über 1700 Hektar gemeldeten Flächen sind wie im
letzten Jahr die östlichen Bundesländer. Die größte Gefahr geht laut
Standortregister vom Freistaat Sachsen aus. Von 580 Hektar Genmais Mon 810,
die angemeldet sind, entfallen dort wahrscheinlich sogar 80 Hektar auf den
Naturpark Dübener Heide, der sich im Widerspruch dazu als Gesundheits- und
Kneipp-Region positionieren möchte. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Verbraucher haben sich entschieden
Immer mehr Verbraucher setzen auf Öko-Lebensmittel ohne Gentechnik und
stellen ihr Kaufverhalten um. Im letzten Jahr stieg der Umsatz mit
ökologischen Produkten nach Schätzungen der Zentralen Markt- und
Preisberichtsstelle (ZMP) um 15 Prozent auf über 5 Milliarden Euro. Ein
zweistelliges Wachstum, das im vierten Jahr in Folge anhält. Die
Entscheidung an der Ladentheke ist eindeutig: Verbraucher und Landwirte
wollen keine Agro-Gentechnik - weder auf dem Acker noch auf dem Teller.
Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 46.000
Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände. Als
zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale
Verantwortung zusammen.
Pressekontakt:
Carsten Veller
Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Public Relations
Naturland
Verband für ökologischen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1
82166 Gräfelfing, GERMANY
Tel. +49 (0) 89 - 898082 - 31
Fax +49 (0) 89 - 898082 - 931
c.veller@naturland.de
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