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Facebook macht Zeitungen Anzeigenmarkt streitig
Verlinkungen zwischen Nutzern sorgen für Vertrauen
Facebook setzt auf einen kostenlosen Anzeigenmarktplatz.
Palo Alto - Das Social-Networking-Portal Facebook http://www.facebook.com
führt einen eigenen Anzeigenmarktplatz ein und macht sich damit zum
Mitbewerber klassischer Anzeigenblätter und Zeitungen. Die 22 Mio. aktiven
Facebook-Nutzer können ab heute, Freitag, kostenlos Anzeigen über Facebook
ins Netz stellen. Das neue Angebot wird von anderen Portalen, die kostenlose
Anzeigenmärkte bieten, mit besorgter Miene beobachtet, darunter der
Online-Anzeigenmarkt Craigslist http://www.craigslist und die Jobportale
Monster sowie CareerBuilder.
Auf dem Marktplatz können die Facebook-Nutzer Anzeigen in den vier Rubriken
Wohnen, Jobs, Verkaufen und Sonstiges inserieren. Käufer können sich ein
Bild über den Verkäufer machen, indem sie sehen, wie sie mit ihm verlinkt
sind. "Es gibt keine anonymen Anzeigen und wir zeigen den genauen Pfad,
damit man einschätzen kann, wie vertrauenswürdig die Person ist", sagt
Facebook-Begründer Mark Zuckerberg in der New York Times.
Der Trend geht derzeit in die Richtung Social-Networking-Seiten mit Anzeigen
zu kombinieren. "Der Vorteil, Anzeigen mit Social Networking zu verbinden,
ist, dass man etwas über den Verkäufer weiß", stützt Charlene Li, Analystin
bei Forrester Research, Zuckerbergs Ansatz, der von anderen Social-Networking-Portalen
schon längst umgesetzt wird. So auch bei Facebooks größten Rivalen MySpace
oder Friendster. Das deutsche Pendant zu Facebook, StudiVZ
http://www.studivz.de , bietet keinen Marktplatz an, es gebe jedoch
Überlegungen in diese Richtung, wie es von dort auf Nachfrage von pressetext
heißt. "Auf lange Sicht ist ein Marktplatz durchaus vorstellbar", sagt
StudiVZ-Sprecher Julian Artope.
Obwohl der Anzeigenmarktplatz kostenlos ist, könnte er Facebook zusätzliche
Einnahmen bescheren. Zuckerberg könne sich etwa vorstellen, Verkäufern
kostenpflichtige Premium-Dienste anzubieten, um die Anzeigen in einem
größeren Rahmen zu verbreiten. Auch themenrelevante Werbeanzeigen seien
vorstellbar, so Zuckerberg.
Traditionelle Medien, darunter insbesondere College-Zeitungen, die zum
großen Teil von Anzeigen leben, fühlen sich von Facebooks neuem Angebot
bedroht. "Wenn Facebook ein größeres Publikum zu bieten hat und zu einem
geringeren Preis anbieten kann, werden die Leute ihre Werbedollars
verschieben", glaubt Daniel A. Jauernig, Geschäftsführer von Classified
Ventures, einem Joint Venture aus fünf Medienunternehmen, darunter Tribune
Company und Washington Post.
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