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LVZ: Gysi: Bürgermeister-Ausgabe Kurt Beck "ist nicht der Typ für den großen
Wurf" / Linkspartei sei erste Adresse für das abgehängte Prekariat
Leipzig - Nach dem erstmaligen Einzug in ein westdeutsches
Landesparlament sieht Gregor Gysi, Chef der
Linkspartei-Bundestagsfraktion, seine Partei als wichtigen
Korrekturfaktor in der Gesellschaft bestätigt und will erst in Rente
gehen, wenn seine Partei auch Bayern erobert hat. In einem Interview mit der
"Leipziger Volkszeitung" (Montag-Ausgabe) betonte Gysi: "2008gibt es vier
Landtagswahlen. Dabei müssen wir den Bürgern begreiflich machen, mit uns ist
bundespolitisch, aber auch landespolitisch etwas anzufangen. Und bevor ich
in Rente gehe, will ich, dass wir noch den Einzug ins bayerische Parlament
schaffen."
Zugleich übte Gysi in dem Interview heftige Kritik an der
Strategiefähigkeit des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck, der sich strikt
gegen Koalitionsgespräche mit der Linkspartei ausgesprochen hat. "Die SPD
kommt doch mit sich selber nicht zurecht. Das ist das Problem von Böhrnsen
und Beck. Sie kommen nicht damit zurecht, dass plötzlich eine Partei links
von ihr existiert und gewählt wird. Und nun reagieren sie wie immer, wenn
Leute die Wahrheiten nicht zur Kenntnis nehmen: beleidigt." Die Linken in
der SPD würden eines Tages "dankbar dafür sein, dass es uns gibt", zeigte
sich Gysi überzeugt. "Jetzt beginnt für die die Auseinandersetzung, holt man
fünf Prozent von der Union oder holt man fünf Prozent von den Linken. Das
wird die SPD zum Schwur treiben. Wenn die SPD wieder sozialdemokratisch
werden sollte, ginge viel mehr. Und der Bürgermeister Beck ist eben nicht
der Typ für den großen Wurf. Mit uns werden noch sehr viel mehr Leute reden.
Wir sind ein wichtiges Korrektiv", meinte der Chef der Linksfraktion
im Bundestag.
Gysi bekannte sich dazu, dass die Linkspartei die erste Adresse
für das so genannte abgehängte Prekariat in Deutschland sei. "Die SPD hat
sich antisozialdemokratisch entwickelt. Das Prekariat braucht
eine Stimme. Es muss eine Linkspartei geben, die sagt, ja, diese
Schwachen wollen wir in der Gesellschaft nicht vergessen." Unabhängig davon
müsste seine Partei aber auch "erste Adresse für die Anliegen der Menschen
in Ostdeutschland bleiben". Das sei eine der zentralen Wurzeln. "Wenn wir,
wie in Bremen, auch noch mit erreicht haben, dass die DVU so winzig
geblieben ist: Na, um so besser."
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