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talk&match.IT - IT-Informationstransfer- und Matchmaking-Event "Digital
Cities"
Schwechat - Die erste talk&match.IT - Veranstaltung der Schwechater
Information Society Initiative eSchwechat.at im heurigen Jahr ging am
Montag, den 26. März 2007 im Rathaus Schwechat über die Bühne. Thema des
Events war "Digital Cities", also die verstärkte Digitalisierung des urbanen
Lebens sowie das damit verbundene Rennen um Investoren und um Top-Plätze in
internationalen Rankings.
Vor einem sehr internationalen Publikum - vertreten waren rund 40 Teilnehmer
von Unternehmen und Institutionen aus Deutschland, Finnland, Österreich,
Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn - wurden innerhalb von drei
Themenschwerpunkten interessante Programme und Projekte sowie Lösungen für
Digital Cities vorgestellt und diskutiert: "WLAN City-Netzwerke", "eCity-Programme"
und "eGovernment-Lösungen".
BEKO - eSchwechat.at: Aufbau einer Win-Win-Situation
DI Wolfgang Gmeinbauer, Direktor des Geschäftsfeld Informatik bei BEKO
Engineering & Informatik AG startete mit seiner Präsentation offiziell die
auf drei Säulen ruhende Kooperation seines Unternehmens mit eSchwechat.at:
Forschung & Entwicklung in Kooperation mit dem CEIT Central European
Institute of Technology in Schwechat, hochwertige Ausbildung gemeinsam mit
der neuen CEIT University of Cooperative Education sowie wirtschaftlich
getriebene Projekte mit den großen Unternehmen am Standort Schwechat. Als
Klammer dazu präsentierte Gmeinbauer das eSchwechat.at-Projekt "LivingLab
Schwechat", die ganze Stadt als F&E-Umgebung für neue Entwicklungen im
Bereich eHealthcare, eHomecare, Ambient Assisted Living- sowie Technologien
der Informationsgesellschaft.
airNET Schwechat
Den Anfang des Schwerpunkts "WLAN City-Netzwerke" machte Mag. Andor Farkas,
Projektmanager bei CEIT ALANOVA in Schwechat, indem er das Projekt "airNET
Schwechat" - eine das gesamte Stadtgebiet umfassende WLAN-Glocke - und
dessen künftige Applikationen vorstellte. Farkas betonte dabei die Bedeutung
des Projekts für die Kommunikation zwischen Bürger und Stadtverwaltung sowie
auch die Möglichkeiten als Forschungsumgebung für das CEIT Central European
Institute of Technology und deren Partner, z.B. in der Entwicklung mobiler
Dienste für die Betreuung älterer, gebrechlicher Menschen.
Die Überwindung des "Digital Divide"
Der Vortrag von DI Jozef Gacsal von INTEL Ungarn beleuchtete die in 13
Städten weltweit laufende INTEL-Initiative zum Aufbau von digitalen Städten.
Besonders hervorgehoben wurde dabei die Bedeutung von kostenlosen oder
zumindest sehr kostengünstigen drahtlosen Datennetzwerken zur Überwindung
des "Digital Divide", also der Problematik der drohenden Ausbildung von
Zweidrittelgesellschaften, nämlich einerseits Menschen mit bzw. andererseits
ohne Zugang zu wichtigen Informationen. Ebenfalls wichtiges Thema war die
mögliche Einsparung von Kosten durch vereinfachte und elektronisch zugängige
Verwaltungsdienste.
"Man muss immer in Bewegung sein, darf nie stehen bleiben und warten, dass
etwas Neues passiert!"
Mit obigen Worten leitete DI Teppo Sulonen, Direktor der Abteilung
Informationsmanagement der finnischen Großstadt Tampere, den
Themenschwerpunkt "eCity-Programme" ein. In seiner Rede stellte er das von
2001 bis 2005 erfolgreich gelaufene Standortentwicklungsprogramm "eTampere"
dar, innerhalb dessen von der Stadtverwaltung EUR 15 Mio. investiert wurden.
Ein Großteil dieser Summe wurde dabei in Bildung sowie Forschung &
Entwicklung investiert, unter anderem zum Aufbau einer neuen
Forschungseinrichtung. Dies trug bei, Tampere zu einer Modellstadt der
Informationsgesellschaft zu machen. Als Nachfolger von "eTampere"
präsentierte Sulonen "Creative Tampere", ein Programm zum Aufbau einer
Kreativindustrie sowie zur Förderung von Innovation, das von 2006 bis 2011
laufen wird.
Digital Györ
Dr. Rudolf Ottofi, Vizebürgermeister der ungarischen Stadt Györ zeigte in
seiner Präsentation "Digital Györ", was zur Zeit östlich von Österreich an
interessanten Projekten läuft. Ähnlich zu airNET Schwechat soll in der
ungarischen Großstadt ein WLAN-Netz aufgebaut und eine Reihe mobiler Dienste
entwickelt werden, z.B. im Bereich eGovernment, Sicherheit,
Katastrophenwarndienst, Tourismus und öffentlicher Verkehr. Ottofi erwähnte
dabei, dass erst der Zusammenbruch der früheren, veralteten Industrie nach
dem politischen Wandel in Ungarn, diese Neupositionierung in Richtung
Informationstechnologie möglich gemacht hatte.
eSchwechat.at - Schwechats Information Society Initiative
DI Helmut Paugger, Geschäftsführer von Innovation Consultancy präsentierte
nachfolgend die Schwechater Information Society Initiative eSchwechat.at. Er
ging dabei auf seine Vorredner ein, betonte die Bedeutung der
Internationalisierung der städtischen Programme zum Aufbau von
Informationsgesellschaften und lud beide Städte zur Kooperation mit
Schwechat ein. Paugger strich die besondere Lage und Situation Schwechats,
zwischen den Hauptstädten Wien und Bratislava gelegen, durchzogen von
Verkehrsadern, den großen internationalen Flughafen im Ortsgebiet, als
Wissensdrehscheibe und Ort für Innovation hervor. Er stellte weiters die
große Bedeutung von Forschung & Entwicklung sowie hochwertiger Aus- und
Weiterbildung für das Programm eSchwechat.at dar. Neben der Gründung des
CEIT Central European Institute of Technology mit seinen beiden F&E-Töchtern
CEIT ALANOVA und CEIT RALTEC wurden im Vorjahr und heuer auch wichtige
Schritte zum Aufbau des Bildungsstandorts Schwechat eingeleitet: die CEIT
Abend-HTL für Informationstechnologie sowie - neu - die CEIT University of
Cooperative Education. All diese Projekte dienen dem Aufbau eines HighTech-Standorts
Schwechat, der in den Bereichen eHealthcare/eHomecare/Ambient Assisted
Living sowie Technologien der Informationsgesellschaft den Status eines
international anerkannten Expertenzentrums erreichen soll.
ePrag - in Tschechien viel Neues
Die innovativen Schritte der tschechischen Hauptstadt Prag zum Aufbau einer
Informationsgesellschaft stellte Jaroslaw Solz, IT Development Manager der
Stadt Prag dem interessierten Publikum vor. Im Rahmen von ePrag erhalten in
diesem Jahr die ersten 50.000 Bürger der Stadt eine City Smart Card, die
neben der Bezahlung von Parkgebühren, den Tickets des öffentlichen Verkehrs
und dem Zugang zu Bibliotheken künftig für eine Vielzahl weiterer
Dienstleistungen nutzbar sein wird. Im Rahmen des Teilprojekts "Wireless
Prag" sollen in einem ersten Schritt bis Ende des ersten Quartals 2008 ein
Drittel des gesamte Stadtgebiets mit einem kommunalen WLAN-Netzwerk (Wifi-Mesh)
überdeckt werden, um den Bürgern wie auch Touristen vereinfachten Zugang zu
Informationen und Diensten, z.B. im Bereich eGovernment zu ermöglichen. Die
Stadt Prag wird dazu EUR 3 Mio. investieren.
eGovernment vom Front End zum Back Office
Unter diesem Titel stellten DI Wolfgang Hiermann, Vizedirektor des Bereichs
Informatik sowie Rainer Hörbe, Manager Competence Center eGovernment, beide
BEKO Informatik & Engineering AG Ideen, aber auch Nutzungshemmnisse zum
Themenschwerpunkt "eGovernment-Lösungen" dar. Als Hemmnisse zur Nutzung von
eGovernment-Angeboten sahen Hiermann und Hörbe in erster Linie die
Bevorzugung der persönlichen Kommunikation mit den Verwaltungsbediensteten
gegenüber jener per Internet, Sicherheitsproblematiken aber auch das
oftmalige Fehlen der notwendigen Skills zur Bedienung der Systeme wie den
oftmaligen Mangel des sofortigen Feedbacks durch die Beamten. Dennoch nützen
84 % der Firmen und 54 % der Privaten eGovernment-Angebote. "eGovernment-Anwendungen
sind nicht sexy - noch nicht!" wie DI Wolfgang Hiermann und Rainer Hörbe
meinten. Sie schlugen dazu folgende Verbesserungen vor: Implementierung von
State-of-the-art-Architekturen, Vereinfachung der Services, Cross-Domain
Identity-Management sowie die Integration von eGovenment in andere Sektoren,
wie z.B. eHealth oder eCommerce. Weiters wurde angeregt, die bestehenden
Barrieren für ältere Menschen zu entfernen und die Bevölkerung allgemein in
der Nutzung von eGovernment-Diensten zu schulen. Auch kostenlose
Internet-Zugänge, z.B. über kommunale WLAN-Netze würden helfen, die
Nutzungsraten zu steigern. Für den Standort Schwechat wurde innerhalb der
Kooperation BEKO - eSchwechat.at daher die Schaffung einer Schwechat Card
angeregt, die mehrere Services verknüpfen soll und mit einem Identity
Management-System ausgestattet sein wird.
Podiumsdiskussion - Die Stimme des Publikums
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde das Publikum von Moderator
Nigel Stonham, Chief Networking Officer von Vienna-Hub zu den zuvor
präsentierten Informationen involviert.
Dr. Friedrich Bock, Querdenker und bis vor kurzem Obmann des Fachverbands
Unternehmensberatung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer
Österreich stellte dabei den kausalen Zusammenhang von Innovation und
Industriestädten her. Er meinte, dass es großteils immer die "alten"
Industriestädte (und selten die Bürgerstädte) wären, die neue, innovative
Ansätze und Wege, z.B. im Bereich der Informationsgesellschaft einschlagen
würden. DI Manfred Schrenk, Geschäftsführer von CEIT ALANOVA gemeinnützige
GmbH untermauerte dies mit den Beispielen Linz versus Salzburg sowie
Schwechat versus Mödling. DI Helmut Paugger ergänzte, dass speziell am
Standort Schwechat dabei auch noch die Situation als Verkehrsknoten, die
auch als Wissensdrehscheibe dient, ergänzend wirken würde.
Das Schlusswort sprach Dr. Bock in Form eines Sechspunkte-Statements:
Digitale Städte sind kein temporärer Hype, sie werden bleiben und wachsen.
Nicht-digitale Städte werden dagegen an Einfluss, Wirtschaftskraft und
Bevölkerung verlieren. Digitale Städte sollen stets kooperativ tätig sein:
mit der Bevölkerung, den Unternehmen am Standort, Forschung & Entwicklung,
den Weiterbildungseinrichtungen sowie den nationalen und regionalen
Regierungen. Digitale Städte dürfen - neben den reinen eGovernment-Aspekten
- nie den emotionalen Faktor vergessen, eine Identität stiftende City Card
könnte dazu eine gute Idee sein. Digitale Städte müssen den Graben zwischen
politischen Deklarationen und Wunschdenken auf der einen Seite sowie für die
Bewohner erkennbar nützliche Applikationen auf der anderen Seite
überbrücken. Und - Digitale Städte verlaufen Bottom-up, was sie von anderen
IT-Programmen unterscheidet.
talk&match.IT wurde von Innovation Consultancy in Kooperation mit CEIT
Central European Institute of Technology, CEIT ALANOVA | Institute of
Urbanism, Transport, Environment & Information Society, der Fachgruppe
Unternehmensberatung und IT der WKNÖ und ITBeurope im Rahmen der Schwechater
Information Society Initiative eSchwechat.at veranstaltet. Der Event wurde
von der Stadtgemeinde Schwechat und BEKO Engineering & Informatik AG
gesponsert. Medienpartner ist die Fachzeitschrift Computerwelt.
Alle Präsentationen des Events können auf http://www.eSchwechat.at
im Bereich "Downloads" abgerufen werden.
DI Helmut Paugger vom Veranstalter Innovation Consultancy abschließend: "talk&match.IT
"Digital Cities" hat einen sehr interessanten Querschnitt der europäischen
Anstrengungen zum Aufbau einer Informations- und Wissensgesellschaft
aufgezeigt. Vom Norden - eTampere - über den Osten - ePrag und Digital Györ
- bis nach Österreich - eSchwechat.at. Mit dem Informations-Event und den
zahlreich genutzten Matchmaking-Möglichkeiten ist es gelungen, Schwechat
einmal mehr als Top-Adresse für Informationstechnologie in Österreich sowie
als Treffpunkt der Branche in Mitteleuropa zu positionieren."
Weitere Informationen
Innovation Consultancy GmbH
eSchwechat.at - Programm-Management
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